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GEWÜRZE & CO.

Auch in Rohkost-Rezepten findet man häufig Würzmittel, die nicht rohkostgeeignet sind. Gut durchgereinigte Rohköstler, die seit Jahren keinen "Ausflug" in die Kochkost mehr hatten, verspüren bei oder nach deren Verzehr Unpäßlichkeiten wie leichte Kopfschmerzen, verstärkte Spannung der Gesichtshaut, leichte Übelkeit oder Ähnliches. Es gibt jedoch Alternativen, die solche Nebeneffekte nicht haben.

Wir testen alle neuen Würzmittel an uns selber, bevor wir sie in unser Repertoire aufnehmen. Dazu benutzten wir zu einer Mahlzeit eine übergroße Menge und warten ab. Treten eindeutig Beschwerden auf, wird das Würzmittel an Kochkost-Nachbarn verschenkt und kommt auf den Index. Merken wir nichts, wiederholen wir den Test ein paar Tage später. Verspüren wir dann immer noch keinerlei Auswirkungen, gilt es für uns als genehmigt. Ich betone: für uns. Jeder kann da ganz anders reagieren. Verlaßt Euch also bitte nur auf Euer eigenes Körpergefühl und seht unsere Tipps lediglich als Anregung.

 

Gewürze

Salz

Sojasoßen

Öl

Essig

 


 

Gewürze

Gewürze aus konventionellem Handel sind in der Regel erhitzt und Chemie verseucht. In Naturkostläden findet man eine breite Palette getrockneter Gewürze, die rohkostgeeignet sind. Alle getrockneten, grünen Kräuter und Kräutermischungen der Firmen "Wurzelgräbers Blütenparadies", "Sonnentor", "Lebensbaum" und "Heuschrecke", die wir bisher getestet haben, riefen keinerlei Reaktionen bei uns hervor. Ebenfalls geeignet sind Kümmel, extrascharfer Paprika, Cayennepfeffer, Kurkuma, Anis, Fenchel und Koriander. Zimt scheint immer erhitzt zu sein außer von Lebensbaum.

Die Aufzählung der rohkostgeeigneten Gewürze ist nicht vollständig. Wir können und wollen nicht alles durchprobieren. Probiert doch selber aus, was Euch darüber hinaus noch schmeckt und gut tut.

 

Salz

Das normale, raffinierte Kochsalz, aus dem alle Stoffe außer Natriumchlorid entfernt worden sind, scheint für den Körper eine Belastung darzustellen. Bei Stein- und Kristallsalz oder ungereinigtem Meersalz scheiden sich die Geister. Die einen meinen, es sei ebenso schädlich wie das Kochsalz, die anderen schwören auf seine gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Wir haben bis vor einger Zeit zu denjenigen gehört, die jeglichem Salz schädliche Effekte zuschreiben. Ganz selten haben wir es trotzdem mal benutzt und dabei immer unangenehme Auswirkungen gespürt, wie Ansteigen der Hautspannung im Gesicht, leichte Mattigkeit, kleine Pickel, leichte Neigung zu Kopfschmerzen, Zahnfleischentzündungen. Dies haben wir als Signale des Körpers interpretiert, die eine Schädlichkeit anzeigen. Es blieb ein häufiger "Jieper" auf Salz, den wir mit Sucht erklärten und uns das Salz fast immer verkniffen. Irgendwann hörten wir dann mehrere, voneinander unabhängige Stimmen, die meinten, Salz sei notwendig für den Körper und die negativen Reaktionen seien Reinigungserscheinungen. Wir beschlossen, es auszuprobieren. Unsere Körper bekamen täglich soviel Sole aus ungereinigtem Meersalz, wie sie wollten, aber niemals mehr. Wir hätten es uns vorher nicht vorstellen können, wie gut es tut, gleich mehrere Löffel Salzsole hintereinander zu trinken. Nach nur einer Woche waren die unangenehmen Symptome verschwunden. Die starke Salzgier, die uns eigentlich über Jahre hinweg verfolgt hatte, ebenfalls. Jetzt führen wir dem Körper Salz zu, wenn wir das Bedürfnis danach verspüren und wenn nicht, dann eben nicht. Damit fühlen wir uns sehr gut.

Andere Rohköstler haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Besonders beeindruckt hat uns der Bericht einer Mutter, deren Rohkost-Baby bei einem Urlaub an der Ostsee anfing, mit Begeisterung in großen Schlucken Salzwasser zu trinken. All das hat uns dazu gebracht, unsere Meinung über Salz zu überdenken. Im Moment denken wir eher, dass Salz eventuell tatsächlich ein Baustein einer vollständigen, gesunden Ernährung sein könnte. Aber letztendlich wissen können wir es natürlich nicht.

Unsere Rezepte sind und bleiben trotzdem ohne Salz konzipiert. Jeder soll die freie Wahl haben, ob er es anwenden möchte oder nicht. Wenn Euch rohe Gerichte ohne Salz zu fade erscheinen und Ihr keines hinzufügen möchtet, versucht es mit frischen Kräutern und anderen Gewürzen. Hier sind besonders frischer Basilikum, frischer Meerrettich und frische, uneingelegte Oliven zu empfehlen.

Eine weitere Alternative sind frische Algen. Die sind leider nur schwer zu bekomen. Gut gespülte oder eingeweichte getrocknete Algen kann man auch benutzen. Die Reste von Meersalz an ihnen scheinen keine negativen Effekte zu haben. Versucht mal kleingeschnittene Algen in Euren Salaten und anderen Gerichten. Besonders geeignet sind Wakame-Algen.

 

Sojasoßen

In Rohkost-Zubereitungsbüchern werden häufig verschiedenen Sojasoßen wie Shoyu, Tamari oder wie sie alle heißen, empfohlen. Die sind zwar schrecklich lecker aber wir haben auf dem deutschen Markt noch keine gefunden, die uns nicht eindeutige, negative Auswirkungen beschert hätte. Anders als beim Salz lassen die Symptome jedoch nicht nach einiger Zeit nach sondern verstärken sich immer mehr, so dass der gesundheitliche Gesamtzustand beeinträchtigt wird. Wenn man bedenkt, wie stark und lange das Soja vor der Fermentierung erhitzt wird, ist das eigentlich auch kein Wunder.

 

Öl

Öle sind unserer Meinung nach ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Einige essentielle Fettsäuren bekommt man (in der "normalen" deutschen Rohkosternährung) nicht in ausreichendem Maße durch die Nahrungsmittel, die wir unverarbeitet essen. Kaltgepreßtes Hanf-, Raps- und Olivenöl sollten unserer Erfahrung nach in die Ernährung aufgenommen werden. Sie sind in Naturkostläden erhältlich. Salatöle sind in der Regel nur kaltgepresst, wenn es auf der Flasche vermerkt ist. Aber auch dann noch Vorsicht: sämtliche Nussöle, auch die, die ganz, ganz sicher weder vor noch nach der Pressung erhitzt sein sollen, rufen bei uns immer unangenehme Reaktionen hervor.

 

Essig

Verwendet nach Möglichkeit nur reinen, unverdünnten, unerhitzten Apfelessig aus ganzen Äpfeln. Laut Dr. Norman Walker enthält jeder andere Essig viel ungesunde Azetonsäure. In dem beschriebenen Apfelessig soll sich jedoch stattdessen Maleinsäure befinden, die der Verdauung förderlich sein soll (Walker, Dr. Norman W., "Frische Frucht- und Gemüse-Säfte", Waldthausen Verlag, Ritterhude 1995, S. 117). Der einzige Essig, den wir vertragen, ist der Beutelsbacher naturtrübe Apfelessig aus ganzen Äpfeln mit Demeter-Zertifizierung.

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