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Trinken

Sollte man denn überhaupt trinken?

Wann ist es am besten zu trinken?

Was kann man trinken?

Wasser

Saft

Tee


Sollte man denn überhaupt trinken?

In einigen Rohkostrichtungen und -kreisen wird das Trinken als vollkommen unnötig angesehen. Es heißt, wenn man nur konsequent die richtige Art von Rohkost durchführt, würde man mit der Nahrung ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Verspürt man doch einmal etwas Durst, kann man dagegen stark wasserhaltige Nahrung zu sich nehmen.

Es soll nicht in Abrede gestellt werden, dass es Rohköstler gibt, bei denen das hervorragend funktioniert. Lediglich von der Verallgemeinerung (wie von allen anderen Verallgemeinerungen auch), es wäre immer so, sollte man vielleicht lieber absehen. Die Menschen sind einfach zu verschieden, haben unterschiedliche Vorgeschichten und Lebensumstände. Eine pauschale Aussage über den Flüssigkeitsbedarf eines jeden zu treffen, ist unserer Ansicht nach nicht möglich.

Es kann z.B. passieren, dass jemand, der doch häufiger Durst verspürt, dadurch viel zu viel Nahrung zu sich nimmt. Selbst mit stark wasserhaltigen Früchten kann man - je nach Konstitution und gegessener Menge - sein Verdauungssystem überlasten. Auch sind uns Fälle von Rohköstlern, die sich ziemlich "vorbildlich" ernähren, zu Ohren gekommen, in denen der jahrelange Verzicht auf zusätzliche Flüssigkeitszufuhr zu gesundheitlichen Problemen, vor allem mit den Nieren, geführt hat.

Das heisst nicht, man solle unbedingt die von der Schulmedizin aufgestellte Regel, ein Mensch müsse ca. 3 Liter täglich trinken, befolgen. Sie ist den individuellen Bedürnissen eines jeden genauso wenig angepasst wie die Regel, ein Rohköstler braucht gar nichts zu trinken oder jede andere Regel. Die einzige Instanz, die uns zuverlässig sagt, ob unser Körper zusätzlicher Flüssigkeitszufuhr bedarf oder nicht, ist er selber. Wer Durst hat, der trinke, wer nicht, der nicht. Nur so können wir den wirklichen Bedürfnissen unseres Körpers gerecht werden.

An dieser Stelle möchten wir noch auf eine Gefahr aufmerksam machen, die wir am eigenen Körper erlebt haben. Warnsignale des Körpers können u.U. nicht wahrgenommen werden, weil man denkt, aufgrund der Rohkost muss ja alles in Ordnung sein. Man ignoriert die Signale, gewöhnt sich daran und registriert sie schließlich gar nicht mehr. So kann es auch mit dem Durstgefühl geschehen. Deshalb würden wir jedem raten, ehrlich in sich hineinzuhorchen und im Zweifelsfall lieber ab und zu ein Glas Wasser zu trinken. Dann kann man entscheiden, ob es einen Unterschied in der Befindlichkeit macht. Es kann auch sein, dass ein "verschüttetes" Durstgefühl dadurch wieder zum Leben erweckt wird. Wenn man manchmal etwas mehr trinkt, als der Körper benötigt, ist dies unserer Meinung nach weniger schädlich, als über lange Zeit hinweg kleine Anzeichen von Durst zu übergehen.

Wann ist es am besten zu trinken?

Wie bereits gesagt: Am besten trinkt man, wenn man durstig ist.

Eine Sache sollte man vielleicht jedoch dabei beachten. Es ist die Erfahrung sehr vieler Menschen, dass Mahlzeiten wesentlich leichter verdauen, wenn man nicht während oder direkt nach dem Essen trinkt. Die meisten von uns sind es gewöhnt, zum Essen zu trinken und können sich nicht vorstellen, dass das einen Effekt auf die Verdauung haben könnte. Probiert es deshalb doch einfach mal aus, ob Ihr auch einen Unterschied feststellt.

Um die Verdauung nicht durch zusätzliche Flüssigkeit zu behindern, trinkt man nur auf leeren Magen. Je nach schwere und Menge der Mahlzeit muss man also 1-3 Stunden nach dem Essen mit dem Trinken warten. Wer häufig kurz nach Mahlzeiten durstig wird, kann prophylaktisch einige Minuten vor dem Essen etwas trinken, so dass man sicher ist, die Mahlzeit ohne Flüssigkeitsdefizit zu beginnen.

Um ehrlich zu sein: Die Erklärungen, die so in diverser Literatur zu finden sind, sind nicht unbedingt befriedigend. Eine mögliche Erklärung wäre z.B., dass die Magensäure zu stark verdünnt wird, wenn man zum/nach dem Essen trinkt und daher nicht ihre volle Wirkung entfaltet. Aber die Theorie dahinter ist eigentlich egal, was zählt ist die Praxis. Wir haben den Tipp mit dem Trinken bereits bekommen und ausprobiert, als wir noch "normal" gegessen haben. Der Unterschied in der Verdaulichkeit und dem Völlgefühl war enorm. Deshalb haben wir es uns schon vor langem angewöhnt, nur auf leeren Magen zu trinken. Wenn man wirklich will, gewöhnt man sich schneller daran, als man denkt. Auch bei Rohkost merken wir, dass es sich für uns im Magen besser anfühlt, wenn wir nicht nach den Mahlzeiten trinken. Den Effekt, dass die Flüssigkeit in der sog. Magenfalte an dem Mageninhalt vorbeigeschleust wird, wenn man schnell trinkt, können wir nicht nachempfinden. Aber vielleicht klappt es ja bei anderen?

Der Gedanke, vor dem Essen zu trinken ist übrigens so neu nicht. Die Natur läßt Säuglinge schon immer ihren Durst stillen, bevor es an die eigentliche Mahlzeit geht. Wenn ein Baby eine Stillmahlzeit beginnt, erhält es zuerst die sog. Vordermilch, die sich seit dem letzten Stillen in den Milchgängen und Vorratsreservoirs der Brust angesammelt hat. Diese Milch ist relativ wässrig und fettarm. Erst dann folgt die sog. Hintermilch, die ein Vielfaches an Fett und Kalorien enthält und zur Sättigung führt. Warum sollten wir es also nicht genauso machen, wie die Natur es zumindest für die Anfangszeit unseres Leben vorgesehen hatte?

Was kann man trinken?

Wasser

Gegen Durst trinken wir Wasser. In den letzten Jahren haben wir einige Varianten ausprobiert. Wasser mit Kohlensäure kommt überhaupt nicht in Frage. Wenn man sich einmal davon entwöhnt hat, fühlt es sich überhaupt nicht mehr gut an und kann u.U. Schluckauf auslösen.

Zu Anfang unserer Rohkostzeit haben wir uns gemäß der "Natürlichen Gesundheitslehre" ein Destilliergerät zugelegt und fleißig benutzt. Das Wasser hat jedoch sehr gewöhnungsbedürftig geschmeckt und irgendwann hatten wir regelrecht Widerwillen dagegen. Es heißt auch, destilliertes Wasser würde aufgrund der fehlenden Mineralien darin Mineralien aus dem Körper ausschwemmen. Das können wir natürlich weder bestätigen noch widerlegen. Uns hat destilliertes Wasser auf Dauer jedenfalls nicht gefallen. Außerdem war es uns irgendwann auch zu umständlich.

Ebenfalls getestet haben wir den sog "Brita-Filter", bei dem angeblich etliche Schadstoffe herausgefiltert werden sollen. So ein wahnsinnig gutes Gefühl hatten wir dabei jedoch auch nicht. Außerdem muss der Filtereinsatz ständig feucht gehalten werden, um nicht kaputt zu gehen. Das ist ein idealer Brutplatz für Keime aller Art.

Vor einigen Jahren haben wir uns dann den Wasserfilter inkl. Energetisierer von Sanacell angeschafft. Mit dem sind wir nach wie vor hoch zufrieden. Ob er nun alle Stoffe, die angegeben sind, wirklich so gut entfernt, bleibt dahingestellt (Kalk ist übrigens einer der wenigen Stoffe, die er nicht herausfiltert). Und ob die Energetisierung wirklich notwendig ist, können wir auch nicht sagen. Wir merken jedenfalls einen deutlichen Unterschied zwischen dem Sanacell-Wasser und anderen Wässern. Zum einen schmeckt es uns am besten (was auch Gewohnheit sein kann), zum anderen spüren wir einen deutlichen Unterschied in der Wirkung. Wenn man es frisch gezapft trinkt, gibt es wirklich einen angenehmen, ruhigen Energieschub. Gäste, die bei uns zum erstenmal dieses Wasser probiert haben, waren teilweise total begeistert und haben ebenfalls von Energieschüben, klaren Träumen u.ä. berichtet. Nachteil: Der Filter ist nicht gerade billig.

Etliche Rohköstler trinken Wasser aus einem Umkehrosmose-Gerät. Bisher haben wir ausschließlich positive Rückmeldungen von Besitzern solcher Geräte bekommen, haben selber aber keine Erfahrung damit. Gute Geräte sind teilweise noch teuerer als der Sanacell-Filter.

Sehr beliebt bei vielen Rohköstlern ist auch Quellwasser. Für diejenigen, die eine Quelle in erreichbarer Nähe und eine Transportmöglichkeit haben, ist das bestimmt eine feine Sache.

Für alle, die sich kein teures Gerät anschaffen wollen und keine Quelle in der Nähe haben, sind stille Minaralwässer aus dem Bioladen eine gute Alternative. Auf Dauer ist dies aber auch nicht gerade eine kostengünstige Lösung.

Normales, ungefiltertes Leitungswasser würden wir in größeren Mengen nicht mehr trinken wollen. Wenn man einmal andere Alternativen kennengelernt hat, schmeckt und spürt man den Unterschied sehr gut. Mit herkömmlichen Mineralwässern aus dem Supermarkt verhält es sich genauso. Bei ihnen sind übrigens die Kontrollen wesentlich laxer als bei Leitungswasser.

Frisch gepresste Säfte

Frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte sind unserer Meinung nach für Rohköstler sehr gut geeignet. Wir sehen sie allerdings eher als leicht verdauliche Mahlzeit und weniger als Getränk an. Zwei Gläser frisch gepressten Karottensaftes z.B. können einen für einige Stunden sättigen. Wer seinen Durst mit Saft löschen möchte, kann dies mit Obstsäften tun, die mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt sein sollten. Das Verdünnen von Obstsäften ist ohnehin von Vorteil, da sie meist zuviel Zucker und oft auch Säure enthalten. Frisch gepresste Säfte trinkt man am besten relativ zügig nach dem Pressen, da die Inhaltsstoffe sehr schnell oxidieren. Durch Säfte kann man übrigens auch gut seinen Wildpflanzenkonsum erhöhen, wenn man meint, nicht genug kauen zu können. Stangensellerie und Gurke mit einigen Handwoll Klee ist einer unserer Favourites. Mit einem oder zwei Äpfeln kann man es manchmal sogar Kindern schmackhaft machen.

Tee

Schließlich soll noch ein Getränk angesprochen werden, das die meisten Rohköstler absolut ablehnen, weil es erhitzt wird: Tee.

Auch wir wären über 7 Jahre lang nicht im Traum darauf gekommen, ein mit kochendem Wasser zubereitetes Getränk zu uns zu nehmen. Im Herbst 2003, nachdem uns klar geworden war, wie stark wir uns über die Rolle als langjährige Rohköstler ohne "Ausrutscher" identifizierten, begannen wir dann ganz bewußt, einige zu stark erhitzte Dinge zu uns zu nehmen, um uns aus dieser Identifikation zu lösen. Zu diesen Dingen gehörte auch Tee. Während unser Körper uns bei einigen unserer Versuche schon eindeutig zu verstehen gab, dass er das eine oder andere nicht so besonders gut findet, haben wir bei Tee keinerlei Abwehrreaktionen oder sonstige negative Auswirkungen feststellen können. Von anderen langjährigen Rohköstlern wissen wir, dass auch sie bei Tee nichts Negatives feststellen können.

Seitdem trinken wir Tee so gut wie jeden Tag und werden das den Winter über wahrscheinlich auch beibehalten. Es macht einfach Spaß, unsere "normale" Verwandtschaft mal auf einen Tee einladen zu können oder an einem kalten Wintertag mit einer warmen Tasse Pfefferminztee am Fenster zu sitzen und das Schneegestöber zu beobachten. Davon abgesehen, haben wir bei einigen Sorten sogar den Eindruck, dass sie uns richtig gut tun. Grüner Tee wirkt sich beispielsweise positiv auf Gerds Verdauung aus und er hat das Gefühl, als würden seine Zellen besser mit Sauerstoff versorgt, könnten besser atmen. Mit Fencheltee hat Steffi ihre Blähungen in den Griff bekommen, die in der 14. Schwangerschaftswoche aus mysteriösen Gründen aufgetaucht sind, obwohl sie supergenau auf Art und Menge des Essens geachtet hat.
Außer schwarzen Tee, auf den wir in jeglicher Form ganz verzichten, haben wir inzwischen ein recht abwechslungsreiches Repertoire an Teesorten parat. Wichtig ist uns nur, dass sie aus biologischem Anbau stammen.

Das soll nicht heißen, wir seien der Meinung, alle sollten Tee trinken. Wir möchten Euch lediglich die Information geben, dass Tee auf uns, deren Körper durch jahrelange, konsequente Rohkost sehr deutlich zu erkennen geben, was ihnen schadet, nicht schädlich zu wirken scheint und dass andere die gleiche Erfahrung gemacht haben. Ob Ihr auch Lust habt, es auszuprobieren, ist ganz allein Eure Entscheidung.

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