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Reisebericht Koh Samui/Thailand 22.3.-13.4.2003

von Achim Korn

 


Eines vorweg: es ist sicher kein Zufall, wenn Koh Samui so oft als "Rohkostreiseziel" auftaucht. Lichtschiff-Kollege Robert Gülpen war dort, die Rohkostreiseveranstalter Thomas Klein und Bernd Bieder steuern die Insel an und wir (Corinna Karl und Achim Korn) haben uns dort auch sehr wohl gefühlt.

Mit diesem Bericht möchte ich die Durianfreunde/innen unter Euch ermuntern, eine Reise nach Thailand selbst zu organisieren und durchzuziehen. Dabei lassen sich einige hundert Euro sparen (im Vergleich zu T. Klein und B.Bieder) und ausserdem kann man die Reisezeit frei wählen.

Wer sich frei auf der Insel bewegen und dabei auch Platz für etwas Gepäck haben will, wird an einem Moped oder einem Leihwagen kaum vorbeikommen. Das beinhaltet gewisse Risiken, aber wer vorsichtig, langsam und vernünftig fährt, kann das probieren. Die Strassen sind nicht so breit und in Top-Zustand wie hier in Deutschland, aber wir sind gut zurechtgekommen und haben wenig bis keine Moped-Erfahrung gehabt.

Die Beurteilungen, die an verschiedenen Stellen auftauchen, sind meine subjektiven Einschätzungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit (Notenstufen 1 bis 6 [mit Zwischenstufen z. B. 1- oder 3+]).

Wenn noch Fragen auftauchen oder der Wunsch nach einem Erfahrungsaustausch entsteht, so bin ich erreichbar unter: achim.korn@jossgrund.net

1. Gute Informationsquellen:

- Zeitschrift Reise&Preise (erscheint 4x im Jahr kostet 4,50 Euro) mit grosser Flugbörse
- Reiseführer Marco Polo Koh Samui/Koh Phangan für 7,95 Euro in jeder Buchhandlung
- Kostenlose Guide Map to Samui (gibt's am Flugplatz in Koh Samui und in vielen Geschäften), sehr viel Werbung aber eine grosse, übersichtliche Karte mit Strassen, Orten, Sehenswürdigkeiten - Internet: www.amazingsamui.com, www.samui.sawadee.com, www.kohsamui.net

2. Gesundheit:

Die Insel gilt als malariafrei, das Wasser aus der Leitung würde ich nicht trinken und am Strand brennt die Sonne schon sehr heftig (wir haben oft im Schatten gelegen). Moskitos gibt es nicht wenige, aber wenn man die Klimaanlage im Zimmer aufdreht, sollte das kein Problem sein. Bei Zimmern ohne Klimaanlage Moskitonetz verwenden (ist meistens vorhanden) und Ventilator auf volle Kraft einstellen.

3. Kosten:

Wir konnten die 3 Wochen Urlaub für 2.200,00 Euro (also 1.100,00 Euro pro Person) realisieren. Diese 1.100,00 Euro beinhalten alles, ausser einer eventuellen Bahnfahrt von/zum Flughafen. Also Flugtickets, Unterkunft, Lebensmittel, Leihmotorrad mit Benzin, Eintrittsgelder, Ausreisesteuer.

4. Währung und Geldversorgung:

Thai Baht (THB) im April 2003 war 1,00 Euro ~ 45 THB. (Stand Ende März 2004: 1,00 Euro ~ 48 THB). Eurobargeld wird zu guten Kursen bei Geldwechslern und in Banken getauscht. Schon am Flughafen in Koh Samui hat man Gelegenheit Geld zu wechseln. Es gibt auch einige Geldautomaten (ATM); funktioniert gut, kostet aber 4,50 Euro Gebühr pro Abhebung. Traveller Schecks sind auch möglich, kosten allerdings 1 % Gebühr und sind manchmal etwas umständlich.

5. Abkürzungen und besondere Bezeichnungen:

Auf Landkarten, in Büchern und auf Schildern findet man zum Teil etwas ungewohnte Bezeichnungen: Koh = Insel, Ao = Bucht, Beach = Strand, Ban = Ort/Dorf, Wat = buddistischer Tempel. "Ban Bang Rak" ist also das Dorf "Bang Rak", der nahegelegene Strand heisst "Bang Rak Beach", wird aber auch "Big Buddha Beach" genannt (also eine Sache, mehrere verschiedene Namen).

6. Unterkunft:

Insgesamt vier verschiedene haben wir getestet:

Shambala Beach Bungalow am Big Buddha Beach

Zimmer mit WC und Dusche, mit Ventilator, 700 THB (pro Übernachtung für 2 Personen)
www.shambala.com
Note 3- : die Anlage ist hübsch, die Bungalows geht so, die Leute eher genervt und weniger freundlich, der Strand nicht so schön

Paradise Bungalow am Südende des Lamai Beach

Zimmer mit WC und Warmwasserdusche, mit Klimaanlage, 900 THB (pro Ü für 2 Personen)
Note 3- : die Anlage ist weniger schön (die Häuser stehen sehr dicht nebeneinander), die Bungalows selbst sind Tip Top (ziemlich neu), die ältere Chefin ist unfreundlich, der Strand recht schön

Bill Resort (gleich neben Paradise Bungalow)

Zimmer mit WC und Warmwasserdusche, mit Klimaanlage, kleinem Kühlschrank ,1000 THB (pro Ü für 2 Personen)
www.samui.sawadee.com/billresort
Note 2- : die Anlage ist sehr schön (mit viel Grün und kleinen Teichen), die Bungalows sind in Ordnung, die Leute freundlich und der Strand recht schön

Bang Po Village am Bang Po Beach

Holzbungalows mit WC und Dusche, mit Ventilator, grossem Kühlschrank und Küche, 300 THB (pro Ü für 2 Personen, allerdings war das der Preis pro Ü bei 2 Wochen Aufenthalt)
Das Bang Po Village ist sehr begehrt, man sollte sich voranmelden. Es ist ein sehr angenehmer Ort, wo man äusserst günstig Urlaub machen kann.
E-Mail: suchada104@hotmail.com
Tel/Fax: 0066 (0)77 23 64 03 oder 0066 (0)77 42 01 26 (die "0" in der Klammer bei Anrufen aus Deutschland weglassen)
Note 2+ : die Anlage ist sehr schön, richtig eingewachsen (deshalb übersieht man sie leicht von der Strasse aus), die Bungalows sind schon älter, aber gepflegt und bieten viel Platz (inclusive Terrasse), die Chefin (Misses Suchada) ist sehr freundlich, der Strand sehr ruhig und ganz hübsch, im Wasser fangen allerdings nach 10 m die Korallen an

7. Reisebüro:

Sehr empfehlenswert finde ich ID Reisewelt (www.id-reisewelt.de). Die sind spezialisiert auf Süd-Ost-Asien, machen gute Angebote und arbeiten korrekt. Aber es gibt auch viele andere Anbieter (siehe Reise&Preise).

8.Flug:

Wir sind mit Turkmenistan Airlines geflogen (Frankfurt - Bangkok 499,00 Euro incl. Tax und Gebühr).
Biman Bangladesh fliegt (je nach Saison) teilweise schon für 399,00 Euro (incl. T & G) nach Bangkok und die Tickets gelten z. T. 365 Tage lang.
Von Bangkok nach Koh Samui hat Bangkok Airways ein Monopol (die haben den Flughafen auf der Insel gebaut), daher ist dieser Inlandsflug recht teuer (ca. 150,00 Euro). Zum Teil gibt es Kombi Angebote von Thai Airways (smooth as silk !) für 620,00 Euro Frankfurt - Bangkok - Koh Samui (in nur 14 Std.).
Man kann auch von Bangkok mit dem Nachtbus und der Fähre nach Koh Samui kommen; das ist billig, dauert aber wohl etwa 12 Stunden. Std.).

9. Lebensmittel:

Es gibt eine breite (aber je nach Jahreszeit unterschiedliche) Palette an Früchten. Durian (Chanee, Morn Thong und andere) gibt es vor allem von März bis Oktober und das ist auch die Hauptsaison für viele andere Früchte. In der Zeit von November bis Februar ist das Angebot wohl kleiner und die Preise höher, aber ich habe es persönlich noch nicht ausprobiert.

Hier einige Beispiel Preise, die wir gezahlt haben:
Durian Morn Thong 30 - 50 THB/kg (ganze Frucht), Durian Chanee 25 - 35 THB/kg, Cempedak 25 THB/kg, Jackfrucht ~ 20 THB/kg (z. T. gibt es auf Wunsch halbe Frücht, das sind dann etwa 5 kg für 2,20 Euro), Jackfrucht geschält 50 - 90 THB/kg, Mangostan 50 - 70 THB/kg, Rambutan ~ 50 THB/kg, Sapotillen ~ 40 THB/kg, Kokosnuss "Pagode" 10 THB/Stück, Mango 40 - 60 THB/kg je nach Sorte, Papaya 20 THB/kg, Banane 10 - 15 THB/kg.

Auch eine reiche Gemüseauswahl ist verfügbar:
Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Auberginen, Zuccini*, kleine Maiskölbchen, Zuckerschoten, verschiedene Salate, Blumenkohl*, Karotten, Grünkräuter, Broccoli, Kürbis, Spinat, rote Paprika*, Staudensellerie* (* = eher teuer, 3 - 4 Euro/kg).

Avocados haben wir leider keine zu Gesicht bekommen, aber mit Kokosnuss lässt sich das halbwegs ausgleichen.

Unser Lieblingswasser war das "Minere" im 5 Liter Kanister.

10. Einkaufsmöglichkeiten:

- Der grösste und interessanteste Markt ist der Laem Din Market in Chaweng, an der Lagune (in der Nähe vom "Raggee Pub"). Hier gibt es verschiedene Händler/innen mit Ständen, Zelten, Pick-Up's voller Durian usw. Hier haben wir meist unserer Obst und zum Teil auch Gemüse gekauft. Das Marktgelände ist sehr verzweigt und weitläufig; hier sollte man sich ausgiebig umsehen, um alle Lebensmittelhändler/innen an den verschiedenen Ecken des Marktes zu berücksichtigen.

- Nicht weit davon entfernt an der Hauptstrasse (nicht weit vom Wat Chaweng) befindet sich der grösste Supermarkt der Insel: Tesco Lotus, hier muss man zwar am Kentucky Fried Chicken und an einer Fisch und Sushi Theke vorbei, aber auch hier gibt es Durian (sogar geschälten, in Top Qualität) und anderes Obst. Vor allem aber ist das Gemüse zu beachten. Denn anders als auf dem Laem Din Market, ist hier der Salat gut gekühlt und deshalb knackfrisch. Gleiches gilt für Blumenkohl, Paprika, Karotten, Staudensellerie.

- Weiterhin das Lamai Food Center, am Lamai Beach, zwischen Hauptinselstrasse und Beach-Strasse, etwa auf Höhe des McDonald's. Eine Grundauswahl an Obst und etwas Gemüse in einer grossen, offenen Markthalle.

- Nathon Market im Hauptort der Insel, an der Hauptstrasse (ist eine Einbahnstrasse - nur in südlicher Richtung befahrbar), neben dem 7 Eleven. Dieser Markt ist mittelgross und ganz passabel, aber etwas dreckig.

- Ansonsten gibt es da und dort noch einzelne Stände an den Strassen, wo es auch z. T. ganz brauchbare Produkte (eventuell aus den privaten Gärten) gibt.

11. Strände und Strategien:

- Wer sich kein Moped und kein Auto leihen möchte oder einfach sowieso so wenig wie möglich fahren will, der kann sich eine Unterkunft am Chaweng Beach suchen und hat dann alles, was er für einen Rohkost-Bade-Urlaub braucht, praktisch vor der Tür. Wenn man dann mal zu Tesco Lotus möchte (ca. 1km) und einen das Gehen entlang der Strassen nervt, dann nimmt man sich ein Taxi (ist nicht teuer) oder sucht sich ein Sammeltaxi (ist noch günstiger) oder Motorrad-Taxi (ist mal was anderes). Unterkünfte am Chaweng finden sich auf den unter Punkt 1. erwähnten Internet Seiten.

- Wer sich die Insel in jedem Fall anschauen möchte, der leiht sich ein Moped (ab 120 THB/Tag ohne Versicherung [mit Versicherung etwas teurer]) oder ein Auto (ab ~ 800 THB/Tag) und kann seine Unterkunft dann auch einige Kilometer von Chaweng entfernt haben.

- Chaweng Beach gilt als der schönste Strand der Insel. Feinsandig, kein Stein weit und breit. Das Wasser recht sauber, keine Algen, keine Korallen, kein Treibgut. Allerdings ist man hier nicht allein; es ist schon eine ganze Menge los. Dafür gibt es auch Obstverkäufer/innen am Strand mit sehr guter, (kunstvoll) frisch geschälter Ananas u. a.

- Chaweng Noi ist sehr angenehm, aber ein bisschen schwer zu erreichen, ausser man wohnt in einem der Hotels dort. Er ist nicht ganz so feinsandig, aber das Wasser genauso sauber und hier ist es ruhiger.

- Am Lamai Beach hatten wir im März/April oft 30 m Strand für uns allein. Aber es gibt schon ab und zu Felsen und hier hat man auch mal ein paar Algen. Aber hier stehen schöne grosse Bäume, die Schatten bieten.

Diese drei aufgeführten Strände liegen recht zentral und waren im März/April 2003 empfehlenswert. Sie liegen alle auf der Ostseite der Insel. Im Winter (November bis Februar), wenn es zum Teil auch mal sehr stürmisch ist, dann kann das Baden hier gefährlich sein, aber das wäre dann jeweils aktuell vor Ort zu klären.

Wer sich das erstmal selbst anschauen will, wo er/sie dann 2, 3 oder mehr Wochen Urlaub macht, der/die kann sich einfach den Flug und die ersten drei Übernachtungen von zuhause aus buchen (mit Transfer zum Hotel) und sich in diesen ersten Tagen dann genau das richtige suchen. Billig oder luxuriös, mitten im "Getümmel" oder an den manchmal fast schon einsamen Stränden im Norden, Westen oder Süden. Die Insel ist nicht riesig (ca. 250 km�) aber sehr vielseitig und bestimmt


MINDESTENS EINE REISE WERT.



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